Autofotografie von René Staud

Autofotografie – das Beste aus fünf Jahrzehnten

Fünf Jahrzehnte Autofotografie: Vom ersten Fahrzeug im Studio über den MagicFlash bis heute – ein Überblick

Autofotografie – mit zwölf Jahren schon die Kamera in der Hand

Mit dem Fotografieren angefangen habe ich mit zwölf Jahren, als ich noch zur Schule ging.

Mein Vater war Holzbildhauer, und das Geld bei uns daheim war knapp – wer hatte in den Nachkriegsjahren schon Bedarf an geschnitzten Lampen und Figuren?

Allerdings war mir etwas aufgefallen, was obendrein hinderlich war:

Mein Vater hatte nie etwas zum Zeigen, wenn er über einen Auftrag verhandelte. 

Sobald er eine Figur ausgeliefert hatte, war sie ja weg – nachdem er wochenlang daran gearbeitet hatte.

Deshalb nahm ich seinen teuren Fotoapparat aus dem Schrank und fing an, Fotos von seinen Arbeiten zu machen, ihn bei der Arbeit zu fotografieren.

Ich probierte aus, wie man Schränkchen, Stühle und Skulpturen buchstäblich in besseres Licht rücken könnte – und begann sie zu inszenieren.

Autofotografie: die erste Kamera von René Staud

Tatsächlich haben meine Bilder dem Vater recht bald mehr geholfen als Empfehlungen und Mund-zu-Mund-Propaganda.

Und ich hatte meine Lektion gelernt: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Im Stuttgarter Jugendhaus konnte man Kurse belegen, ich lernte Töpfern, Weben, Batiken – und besser zu fotografieren.

Mit 14 richtete ich mir daheim das erste Schwarz-Weiß-Labor ein, mit 15 weitete ich meine Geschäftstätigkeit aus: Samstagnachmittag war immer Tanztee bei uns in der Nähe, da bin ich hingegangen und habe die Paare fotografiert. In der Woche drauf habe ich ihnen die Bilder verkauft.

Ich gewann erste Wettbewerbe, baute mein Labor aus, konnte mir mit 16 ein Mofa leisten und verstand: Gute Arbeit bringt eine Gegenleistung – zum Beispiel in Form von Geld.

Autofotografie – aus Begeisterung für schöne Fahrzeuge

Autofotografie Kinderbilder

Alles, was zwei oder mehr Räder hat und schnell fährt, hat mich schon als kleiner Bub fasziniert: Es gibt ein Bild von mir, da bin ich zwei Jahre alt und klettere auf das Motorrad meines Vaters, eine Horex mit Seitenwagen – unser Familiengefährt. 

Mit vier Jahren machte ich bei Seifenkistenrennen mit, mit acht Jahren blieb ich das erste Mal ehrfürchtig vor einem Porsche stehen, der bei uns im Viertel geparkt war (ein Modell 356 Coupé).

Mit 25 machte ich meine Rennfahrerlizenz.

>> Der Shoot, mit dem alles begann: Wie wir Fuerteventura „entdeckten“ und daraus eine Urlaubsinsel machten

Zu der Zeit hatte ich meine Fotografenlehre abgeschlossen und war schon selbstständig als Fotograf.

Ich hatte mein eigenes kleines Stillife-Studio in Stuttgart, mit Labor und einem ersten angestellten Mitarbeiter.

Zwei Jahre später, mit 27, übernahm ich ein Großraumstudio mit 350 Quadratmetern und baute meine erste Studiomannschaft auf.

Ich fotografierte vor allem Möbel, richtete Musterzimmer ein und inszenierte darin Betten und Schrankwände (oder wie hier Kachelöfen) – während meine Leidenschaft ganz klar schnellen Autos galt. 

Könnte man nicht auch Autos so inszenieren…?

Am Anfang seiner Karriere hat René Staud auch Möbel fotografiert

Autofotografie – von der Straße ins Studio

Bis in die späten 70er Jahre wurden Autos draußen fotografiert. Der Porsche auf der Kurvenstrecke, mit dem Diesel in den grünen Wald… 

Immer öfter dachte ich, man müsste doch das Design der Fahrzeuge viel klarer herausarbeiten.

Wieso machte das keiner?

Es machte niemand, weil sich ein Auto im Studio mit dem normalen Blitz nicht fotografieren ließ.

Ja gut – dann bauen wir uns den Blitz, den wir brauchen, eben selbst.

Angefangen habe ich mit Experimenten in einer Schuhschachtel. Herausgekommen ist der Magicflash – mein patentiertes Blitzsystem. Ich würde sagen, die Revolution der Autofotografie.

Der Magic Flash im Einsatz in den StaudStudios

Der Magicflash ist eine Lichtwanne mit vielen kleinen Blitzstäben, die eine Art Lichtteppich erzeugen – seitdem lässt sich das Design von Automodellen ganz markant herausarbeiten. 

>> Magicflash – deshalb standen die Autobauer nun Schlange bei mir

Mir hat der Magicflash den Durchbruch gebracht: Von einem Tag auf den anderen war mein Studio ausgebucht, sämtliche Autobauer der Welt brachten ihre Fahrzeuge zu mir ins Studio.

Autofotografie: Porsche 356

My Porsche Book – die 365-Ikonen als Bildwerke

Die Entstehung der Sportwagen-Kultur in Deutschland ist undenkbar ohne den Porsche 365.

Zugleich ist in ihm das Erbgut des Porsche 911 anlegt.

Für einen meiner Bildbände habe ich mehrere Dutzend Porsche 365 aus Museen und privaten Sammlungen geholt und in meinem Studio fotografiert. 

>> Der Porsche 356 – sieben ausgewählte Schönheiten

„My Porsche Book“ ist eine Revue der besten, schönsten, außergewöhnlichsten Variationen des Klassikers aus den 50er Jahren – meine Autofotografie wird erst richtig lebendig durch die Texte des Autojournalisten Jan van Rossem.

Autofotografie: Das teuerste Auto der Welt

Auch das teuerste Auto der Welt habe ich bei mir im Studio gehabt.

Das berühmte „Uhlenhaut-Coupé“ von Mercedes Benz – benannt nach dem damaligen Chefentwickler des Autobauers – wurde 2022 für sagenhafte 135 Millionen Euro versteigert.

Ein privater Sammler sicherte sich das kostbare Stück.

Wir haben den 300 SLR in den 80er Jahren fotografiert, schon damals war es unfassbar wertvoll, und damit auch unfassbar aufwändig ins Studio zu bekommen. Allein die Versicherung für diese eine Woche hat mich 11.000 D-Mark gekostet.

Mir war aber damals schon klar, dass das gut investiert sein würde: Von dem Modell wurden nur zwei Stück gebaut, und niemand hat diesen Wagen so inszeniert wie ich – es gibt nicht viele Bilder von dem legendären Coupé.

Eines der beiden (das mit dem blauen Interieur) fuhr Rudolf Uhlenhaut selbst, als Dienstwagen. Es steht heute im Mercedes-Museum. Das andere, mit rotem Interieur, ist das, was versteigert wurde. („Versteigerungserlöse sind Startkapital im Wandel“, heißt es dazu auf der Unternehmensseite von Mercedes Benz.)

Der Uhlenhaut im Studio
Der Uhlenhaut ist das teuerste Auto der Welt
Der Mercedes Uhlenhaut von vorne

Uhlenhaut war dafür bekannt, dass er das Coupé voll ausfuhr. Mit dem Wagen waren damals 300 km/h möglich – und die legte der Ingenieur auch hin, heute undenkbar, auf der ganz normalen Autobahn. 

Sein Rekord: Vom Büro in Stuttgart zu einem Treffen in der Münchner Innenstadt, an einem Werktag um die Mittagszeit, brauchte Uhlenhaut knapp eineinhalb Stunden. 

>> Das 300 SLR Uhlenhaut Coupé – mein Foto des Monats

Auch in der Autofotografie hat der 300 SLR natürlich eine ganz besondere Bedeutung für mich: Als ich 1989 den ersten Kalender mit Modellen des Mercedes 300 SL Typ 129 gemacht habe, war mir wichtig, dass das Uhlenhaut-Coupé als „Urahn“ mit drin ist.

Autofotografie – das Buch

Ein Vierteljahrhundert Autofotografie zwischen zwei Buchdeckeln: In meinem Bildband „Car Photography“ findest du auf rund 330 Seiten so ziemlich alles, was auf meinem Weg als Autofotograf bis heute wichtig ist:
 
Vom Anfang in meinen ersten Studios in Stuttgart über meine Erfindung des MagicFlash (und wie mir dieses Blitzlicht weltweiten Erfolg beschert hat), Einblicke in ganz besondere Shoots sowie prominente Besucherinnen und Besucher bis zu nützlichen Tipps für deine eigene Autofotografie – und natürlich jede Menge faszinierende Fahrzeuge: Die exklusivsten Classic Cars aus aller Welt, alle erdenklichen Erlkönige, riesige Gefährte bis hin zum Sattelschlepper und auch mal eine Pistenraupe.
 
Wenn du „Car Photography“ mit einer persönlichen Widmung von dir bestellen willst, kannst du das hier:

Autofotografie – der Showroom in Stuttgart

Als jemand, der jahrzehntelang viel in der Welt unterwegs gewesen ist, habe ich mich immer gefragt, wieso Flughäfen so wenig Bezug zur jeweiligen Stadt haben. Es gibt auf der ganzen Welt nur wenige Flughäfen, die sich verorten lassen: Wenn du morgens auf einem Flughafen aufwachen würdest, könntest du nicht sagen, ob du in den USA oder Asien bist.

In Stuttgart hab ich mir immer gedacht: In der Stadt, in der das Automobil erfunden worden ist, da muss man doch das Auto wahrnehmen!

Deshalb habe ich den Flughafenchef gefragt, ob wir eine Ausstellung machen.

Seit Anfang des Jahres findest du einen Ausschnitt aus fünf Jahrzehnten Autofotografie auf dem Stuttgarter Flughafen, auf der Abflugebene, gleich am Eingang zur Fast Lane. 

Für die Ausstellung habe ich meine Kollektion an Wandbildern ergänzt, du findest in meiner Pop-Up-Gallery auch kleinere Prints in 30×40 Zentimeter, außerdem Bücher, Kalender und Postkarten mit meinen 125 wichtigsten Motiven, alles auf feinstem Papier von Hahnemühle. 

Mit anderen Worten: Das „Best of“ meiner Autofotografie in allen denkbaren Formaten, so dass du vor dem Abflug stundenlang in Bildern schwelgen kannst.

Für mich ist es super, dass ich jetzt neben den Studios in Leonberg einen weiteren Ausstellungsraum habe: In den Studios haben wir über die Hälfte des Jahres geheime und vertrauliche Autos da, dadurch bin ich eingeschränkt und kann Besucher leider nur bedingt rumführen.

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Jetzt, wo ich aus dem operativen Geschäft der Staud Studios raus bin, hab ich endlich Zeit für all meine Projekte – Bücher, Ausstellungen, Vorträge… Trag dich bei mir ein, und ich halte dich ein, zwei Mal monatlich auf dem Laufenden.